Oberitalien – Der Lago Maggiore im Winter

Lago Maggiore im Winter - Reisemagazin Bravebird

Der erste Halt meiner vierwöchigen Reise durch Italien galt dem zweitgrößten See des Landes. Oftmals diente er bislang nur als Zwischenstopp auf der Durchreise und diesmal wollte ich etwas länger bleiben und ein paar Orte des Sees kennenlernen. Der Lago Maggiore hat eine italienische und eine Schweizer Seite und ich habe mich für den südöstlichen Teil des Sees in der Region Piemont entschieden.

Im November in diese Region zu reisen, stellt wettertechnisch ein kleines Risiko dar. So kann man sonnige Tage mit 12-15 °C und knallblauem Himmel erleben, aber eben auch wolkenverhangene, regnerische Tage mit 8-10 °C. Mit diesem Wissen lohnt es sich umso mehr, eine schöne Ferienwohnung zu mieten, um es sich an den nicht so schönen Tagen drinnen gemütlich machen zu können. Mich hat es hierfür nach Lesa verschlagen:

Das Städtchen Lesa – Klein, aber fein

Je mehr ich mich mit dem Reisen beschäftige, umso wichtiger werden mir die Orte, die noch nicht so touristisch sind und die mir einen möglichst authentischen Eindruck unter Einheimischen vermitteln können. Zu dieser Jahreszeit ist es hier ohnehin nicht touristisch, was ich sehr begrüßenswert finde. Aber man muss auch wissen, dass viele Restaurants dadurch nicht geöffnet haben.

Lesa am Lago Maggiore - Reisemagazin Bravebird
Blick auf das Städtchen Lesa

Etwa zehn Gehminuten erreicht man die Ufer-Promenade von der Ferienwohnung* aus. Es lohnt sich, durch die schmalen Gassen zu streifen und das zu dieser Jahreszeit dezente Leben der Piemontesen zu beobachten.

Lesa am Abend - Reisemagazin Bravebird
Abendspaziergang durch die schmalen Gassen von Lesa

In gleicher Zeit erreicht man nicht nur den Supermarkt, sondern auch ein kleines Stück Seeufer namens „Spiaggia Castellaccio“, das sich besonders für den Sonnenuntergang zu besuchen lohnt.

Lesa am Abend - Reisemagazin Bravebird
Stille Idylle am Seeufer in Lesa

Lesa ist ein guter und ruhiger Ausgangspunkt für Touren nach Ascona, Cannobio und Stresa mit kleinen Bootstrips zu den Inseln auf dem Lago Maggiore. Da der See ziemlich groß ist (190 km Rundfahrt), habe ich mich nur auf einige wenige Orte konzentriert.

Wandern im Süden

Wenn auf der Fahrt nach Stresa am Seeufer große Mengen Schilf auftauchen, lohnt sich ein kleiner Abstecher in das „Naturschutzgebiet Fondo Toce“ (Beschilderung Camping Village Isolino). Hier führt ein schmaler, verwunschener Weg zum kleinen Strand Isolino Vecchio mit sehr schönem Ausblick auf die hüglige Landschaft.

Naturschutzgebiet Fondo Toce Lago Maggiore - Reisemagazin Bravebird
Am Seeufer des Naturschutzgebiets Fondo Toce
Naturschutzgebiet Fondo Toce Lago Maggiore - Reisemagazin Bravebird
Verwunschener Weg, der aber zum Ziel führt
Naturschutzgebiet Fondo Toce Lago Maggiore - Reisemagazin Bravebird
Der Strand Isolino Vecchio

Stresa & Isola dei Pescatori (Fishermen’s Island)

Der Lago Maggiore hat insgesamt fünf Inseln (sog. Borromäische Inseln), von denen drei von verschiedenen Orten aus mit dem Boot zu erreichen sind; z. B. von Stresa oder Baveno aus. Hier gibt es verschiedene Anbieter, die Tickets und Fahrten anbieten. Ein Ticket für Hin- und Rückfahrt kostet so um die 8-10 Euro für Hin- und Rückfahrt. Es gibt auch Kombitickets.

Die Isola Madre (Mutterinsel) ist die wohl bekannteste Insel. Sie bietet einen großen, im englischen Stil geführten Garten mit tropischen Pflanzen und einen Palast aus dem 16. Jahrhundert. Da dieser Park für Hunde leider nicht zugänglich ist, wurde mir alternativ die Insel dei Pescatori empfohlen und here we go:

Fishermen's Island Lago Maggiore - Reisemagazin Bravebird
Das hübsche Ristorante Italia mit Seeblick

An diesem Tag hatte ich leider kein Glück mit dem Wetter, daher sind diese Eindrücke hier wahrscheinlich deutlich anders als die eines herrlichen Sommertages. Nichtsdestotrotz konnte ich der verregneten, mystischen Stimmung, so ganz ohne Tourismus-Andrang, auch etwas Besonderes abgewinnen.

Fishermen's Iland Lago Maggiore - Reisemagazin Bravebird
Am Ufer der Isola dei Pescatori mit Blick aufs Festland

Die Fischerinsel – u. a. auf Google Maps auch Isola Superiore genannt – ist die einzig bewohnte Insel mit etwa fünfzig Einwohnern. Hier gibt es viele verschiedene Restaurants, die dem Inselnamen entsprechend überwiegend Fisch anbieten.

Fishermen's Island Lago Maggiore - Reisemagazin Bravebird
Das rote Haus ist das Hotel und Restaurant Verbano mit einer schönen Außenterrasse. Von hier aus hat man einen herrlichen Blick auf die Isola Bella.

Mein Tipp: Wer die Zeit hat, sollte sich von den kleinen Booten von Insel zu Insel fahren lassen (Kombiticket). Die Inseln wären Isola Madre, Isola Bella und Isola dei Pescatori (bzw. Superiore). Und dann einfach in den schön angelegten Gärten und den prächtigen Palazzi und alten Gemäuern das italienische Flair auf sich wirken lassen. Stresa hat viele imposante Gebäude, eine nette Uferpromenade und auch die kleinen Gassen lohnt es zu durchstreifen.

Verbania – Gärten, Natur und Cafés

Wer zum Beispiel noch weiter nördlich nach Cannobio fahren möchte, sollte hier auf jeden Fall anhalten. Diese piemontesische Stadt ist bekannt für ihre riesigen Gartenanlagen wie die der Villa Taranto, der Villa Giulia oder der Villa San Remigio. Und etwa 20 km entfernt liegt der Nationalpark Val Grande. Einfach eine der Apps Komoot, Outdooractive o. ä. einschalten und berieseln lassen.

Stresa am Lago Maggiore - Reisemagazin Bravebird
Schlendern am Seeufer ist hier besonders schön

Parken ist hier übrigens folgendermaßen geregelt: weiße Umrandung am Straßenrand = kostenfrei, blaue Umrandung = kostenpflichtig. Die Beschilderung gibt auch nochmals genauere Auskunft, manchmal muss man eine Parkscheibe unter die Windschutzscheibe legen.

Stresa am Lago Maggiore - Reisemagazin Bravebird
An der Piazza Giuseppe Garibaldi findet man zahlreiche Cafés mit Außenterrassen für einen kleinen Café und Dolce
Stresa am Lago Maggiore - Reisemagazin Bravebird
Am Ufer von Verbania: tagsüber Springbrunnen und abends dann auch bunt beleuchtet

Meine Ferienwohnung in Lesa

Authentisch italienisch wohnen wollte ich und dieser Wunsch ist auch in Erfüllung gegangen. Die Ferienwohnung Relax tra lago e parco* kann ich wärmstens empfehlen. Nicht nur, weil das nette Vermieter-Ehepaar all ihren Gästen kurz per Auto die Umgebung zeigt, sondern weil die Wohnung schön groß ist und der dazugehörige Garten und die riesige Dachterrasse wirklich etwas Besonderes sind.

Ganz abgesehen von einem sehr guten Preis-/Leistungsverhältnis: voll ausgestattete Küche, Waschmaschine, abgeschlossenes Parkhaus unter dem Haus – alles vorhanden. Prosecco und Süßigkeiten lagen als kleines Willkommens-Präsent auch bereit. Alles in allem eine wirklich schöne Erfahrung.

Ferienwohnung am Lago Maggiore - Reisemagazin Bravebird
Riesige Terrasse mit Blick auf den Lago Maggiore
Ferienwohnung am Lago Maggiore - Reisemagazin Bravebird
In dem schönen Park befinden sich Bänke und andere kleine Sitzgelegenheiten
Ferienwohnung am Lago Maggiore - Reisemagazin Bravebird
Die Wohnung ist sehr hell und bestens ausgestattet
Ferienwohnung am Lago Maggiore - Reisemagazin Bravebird
Der Park mit alten Bäumen und exotischen Palmen und Bambus

Von hier aus bin ich weiter in ein Bergdorf in die Toskana gereist, Bericht folgt alsbald.

Werberechtlicher Hinweis: Die Reise habe ich vollumfänglich und ohne Sonderkonditionen oder ähnliches selbst ausgewählt und bezahlt. Der Link mit einem * bedeutet Affiliate-Link, d. h. ich erhalte eine kleine Provision, wenn du über diesen Link buchen solltest. Damit unterstützt du den Erhalt dieses Magazins.

Ökologischer Hinweis: Die entstandenen CO2-Emissionen dieser Tour mit meinem Kleinwagen kompensiere ich kontinuierlich über MyClimate oder MoorFutures.

Zeige Kommentare (2)
  • Wunderschön, trotz des wechselhaften Wetters!
    Ich mag Italien im Winter. Auch wenn das eine oder andere Restaurant geschlossen hat, manchmal auch ein Museum renoviert wird, es ist ruhiger. Und die Menschen haben mehr Zeit zum Reden. Am besten die, die im Sommer vom Tourismus leben und jetzt ein paar Monate pausieren.

    • Hey Andreas,
      vielen Dank und ja, im Nachhinein fand ich das wechselhafte Wetter auch sagen wir mal interessant. Auf diese Weise lernt man das Land jedenfalls völlig anders kennen als in der Hochsaison mit Scharen von Touristen und überfüllten Orten.
      Viele Grüße und bis bald!
      Ute

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