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Ist nachhaltiges Reisen wirklich teurer?

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Ist nachhaltiges Reisen teurer? - Reiseblog Bravebird

Immer und immer wieder höre ich den Satz: ‚Nachhaltiges Reisen muss man sich auch leisten können!‘; gerade erst wieder in einer Diskussion mit einer Journalistin. Und dann frage ich mich: Kann man das wirklich so pauschal sagen? Und stimmt das überhaupt? Denn schließlich ist ebenso bekannt, dass die Umweltbilanz von Menschen mit geringem Einkommen deutlich besser ist.

Mit diesem Beitrag möchte ich gerne mit diesem Vorurteil aufräumen. Denn solche Vorurteile werden oft als Vorwand genutzt, um sich aus der Verantwortung zu ziehen, wenn es um das eigene Umwelt- oder Reiseverhalten geht. Bekannte Beispiel hierfür sind die Annahmen, dass vegane Ernährung nicht gesund oder das Elektroauto umweltschädlicher sei.

Zwei entscheidende Faktoren für die Betrachtung von nachhaltigem Reisen

Bevor ich in die Details eintauche, sind bei der Bewertung der Frage zur Nachhaltigkeit im Tourismus zwei Aspekte von grundlegender Bedeutung. Nachhaltigkeit lässt sich nicht so einfach wie Mathematik behandeln, wo sich einfach 1 und 1 zusammenzählen lassen. Hier spielen ökologische, soziale und ökonomische Faktoren eine Rolle, die die Situationen aus verschiedenen Perspektiven unterschiedlich darstellen können.

1. Reisen muss man sich überhaupt erst einmal leisten können

In Deutschland waren im Jahr 2022 mehr als 20 % der Menschen von Armut oder sozialer Ausgrenzung bedroht. Gleichzeitig erreichte der durchschnittliche Hotelpreis durch Inflation und steigender Energie- und Lohnkosten sowie Betriebsausgaben von 138 Euro pro Nacht im Dezember 2022 einen neuen Höchstwert; Tendenz steigend.

Reisen wird mehr und mehr zu einem Privileg und in diesem Kontext stellt sich zwangsläufig die Frage, inwieweit wir Menschen mit geringem Einkommen vorschreiben wollen oder besser gesagt dürfen, dass beispielsweise der Billigflug oder die preiswerte Pauschalreise nicht okay sind, weil sie als nicht nachhaltig gelten.

Arm und Reich Unterschiede beim Reisen - Reiseblog Bravebird

2. Die Reichen und die Ungerechtigkeit

In Deutschland sind Reiche für 15 Mal höhere CO2-Emissionen verantwortlich als ärmere Menschen. Weltweit beträgt dieser Unterschied sogar das 35-fache. Laut einem Greenpeace-Bericht ist die Zahl der Privatjet-Flüge in Europa in 2022 um 64 % gestiegen, wobei sich die CO2-Emissionen mehr als verdoppelt haben. Noch besser: Bis zu 1.000 Tonnen CO2 dürfen hier sogar kostenfrei ausgestoßen werden.

Nach einer Analyse von Oxfam erzeugte das reichste 1 % der Weltbevölkerung im Jahr 2019 so viele klimaschädliche Treibhausgase wie 5 Milliarden Menschen zusammen, die die ärmeren zwei Drittel der Bevölkerung ausmachen. (Quelle) Diese Erkenntnis ist deshalb so wichtig, um sich das Gewicht unseres vergleichsweise bescheidenen Daseins auf diesem Planeten vor Augen zu führen.

Die teuersten Reisen sind tendenziell die klima- und umweltschädlichsten!

Warum gilt nachhaltiges Reisen überhaupt als teuer?

Ähnlich wie bei Bio-Produkten, die ethische Prinzipien beachten und Ausbeutung vermeiden, gründet der Gedanke von nachhaltigem bzw. fairem Reisen auf einem respektvollen Umgang mit Umwelt, Menschen und Tieren. Verglichen mit herkömmlichen Reisen, die möglicherweise auf Ausbeutung und/oder wenig Rücksicht auf Umwelt und Gemeinschaften basieren, ist anzunehmen, dass nachhaltige Reisen höhere Kosten verursachen.

Dieser Eindruck könnte darauf zurückzuführen sein, dass nachhaltiges Reisen oft mit vorgefertigten Paketangeboten von Reiseveranstaltern oder dem Fokus auf Bio-Resorts und Öko-Hotels gleichgesetzt wird. Allerdings liegt der eigentliche Kerngedanke des fairen Reisens darin, die Umwelt zu schonen, lokale Gemeinschaften sowie das Personal zu unterstützen und Massentourismusziele zu meiden.

Auswirkungen Massentourismus Nachhaltigkeit - Reiseblog Bravebird

Warum nachhaltiges Reisen oftmals deutlich günstiger ist!

Wie bereits zu Beginn erwähnt, gibt es heutzutage zahlreiche Menschen, die sich eine Reise schlichtweg nicht mehr leisten können. Obwohl Reisen kein Menschenrecht ist, ist es dennoch bedauerlich für jene, die sich gerne eine kleine Auszeit gönnen würden, um emotionale Belastungen für eine Weile hinter sich zu lassen oder sich einfach wie ein normaler Mensch fühlen möchten. Die Entscheidung nicht zu verreisen, ob gewollt oder ungewollt, stellt zweifellos die nachhaltigste Option dar.

1. Erst die Planung, dann die Buchung

Beim nachhaltigen bzw. fairen Reisen geht es nicht nur darum, lediglich eine umweltfreundliche Unterkunft zu buchen, sondern vielmehr darum, die gesamte Planung unter ökologischen, sozialen und wirtschaftlichen Gesichtspunkten zu betrachten. Beispielsweise:

  • Reiseziel: Kann ich meine Interessen mit einem Ziel verbinden, das Tourismus gut gebrauchen kann? Beachte ich: kurze Reisezeit = geringe Entfernung und lange Reisezeit = größere Entfernung? Wie steht diese Reise zu meiner gesamten Jahres-Reiseplanung?
  • Transportmittel: Lässt es sich einrichten, dass ich mit öffentlichen Verkehrsmitteln (Bus, Zug, Bahn, Interrail etc.) verreise? Wenn nicht, ist die Reise mit dem Auto oder dem Flugzeug CO2-ärmer? Finde ich ggf. eine Mitfahr-Gelegenheit? Kann ich beim Flug unnötige Zubringer oder Gabelflüge vermeiden?
  • Unterkunft: Kann ich ggf. ein Privatzimmer mieten? Bietet sich eine Ferienwohnung oder eine familiengeführte Unterkunft an? Ist der Campingplatz (z. B. mit Zelt) ggf. eine Option? Kann ich mir ein Öko- oder veganes Hotel leisten?
  • Vor Ort: Wie finde ich lokale Guides? Gibt es lokale Veranstalter vor Ort, die sich auf faires Reisen konzentriert haben? Wie schaffe ich es, dass möglichst viel von meinem Reisegeld der lokalen Gemeinschaft zugute kommt? Wie kann ich Einwegprodukte vermeiden? Wo finde ich gute lokale Restaurants?
Ist nachhaltiges Reisen teurer? - Reiseblog Bravebird

Einige Beispiele, warum viele nachhaltige Aspekte deutlich günstiger sind:

  • Wer lokal kauft, zahlt in der Regel weniger, da keine Marge oder Provision für Agenturen oder Händler hinzugerechnet wird.
  • Wer frühzeitig plant, kann Frühbucher-Rabatte (z. B. bei der Deutschen Bahn, Interrail) nutzen.
  • Viele Unterkünfte wie Ferienwohnungen oder B&Bs bieten Übernachtungen zu günstigen Last Minute-Preisen an.
  • Übernachten auf Campingplätzen im Zelt, Tiny House oder Wohnwagen ist je nach Campingplatz sehr günstig.
  • Während große Hotels mit hohen Ressourcen (Strom- und Wasserverbrauch etc.) oftmals teuer sind, sind kleine Unterkünfte, Jugendherbergen, Privatzimmer, Dorms, Homestays usw. in der Regel deutlich günstiger.
  • Wer sich unterwegs selbst verpflegt oder in lokalen Restaurants (z. B. auch Garküchen) essen geht, spart jede Menge Geld.
Lokal essen auf Reisen nachhaltig - Reiseblog Bravebird

2. Achtung: Nicht drauf reinfallen!

Nicht nur bei klassischen Konsumgütern, sondern auch beim Reisen gibt es zahlreiche Greenwashing-Versuche oder auch Mythen, die durch Social Media-Trends oder andere Medien entstehen. Hier ein paar Beispiele:

  • Grünes Vanlife“: Die kontinuierliche Debatte über die klimaschädlichen Auswirkungen des Fliegens hat zu einem enormen Ansturm auf das Reisen im Auto geführt. Insbesondere während der Pandemie wurde es plötzlich trendy, mit einem großen Transporter („Van“) nach Griechenland oder Portugal zu fahren. Viele Influencer:innen rühmten die Nähe zur Natur, das Waschen im Fluss und den geringen Wasserverbrauch. Nicht erwähnt wurde dabei jedoch, dass die Hauptausgaben dieser Reiseform auf fossilen Energien basieren, durch die Fahrt erhebliche Mengen Mikroplastik in die Umwelt gelangen, Wildcamping zu Massen an Müll führt und Wildtiere vertreibt. Während viele das (angenehm kostenfreie) Wildcamping als vermeintlich nachhaltige Alternative betrachten, ist diese Variante jedoch neben den zahlreichen Problemen, die damit einhergehen, sozial nicht nachhaltig. (s. meine Artikel 10 Gründe, warum Vanlife nicht nachhaltig ist, 10 Mythen, die uns übers Vanlife erzählt werden, Faktencheck: Green Camping, Wie Outdoor-Trends der Natur schaden)
Zelten Camping Nachhaltigkeit Gegenüberstellung - Reiseblog Bravebird
  • Klimaschädliches Hotel“: Zeitgleich zum Vanlife-Hype wurde durch eine ‚Studie‘ des vom Caravan-Industrie beauftragten Ifeu-Instituts die Behauptung aufgestellt, dass Camping-Urlaub deutlich klimafreundlicher sei als ein Hotel. Der Vergleich hinkt jedoch, da z. B. das eine mit Selbstversorgung einhergeht, das andere nicht. Auch ist beim Camping/Vanlife die gefahrene Strecke entscheidend. Diese häufig zitierte Wertung von Medien und Influencer:innen führte dazu, dass Hotels als grundlegend klimaschädlich abgestempelt wurden, ohne die unterschiedlichen Kontexte angemessen zu berücksichtigen. Denn bei der Bewertung ging es lediglich um die Klimabilanz und nicht um den ebenfalls wichtigen sozialen Kontext der Nachhaltigkeit. Hotels haben zweifelsohne in der Regel einen höheren CO2-Ausstoß und Ressourcen-Verbrauch, beschäftigen jedoch auch viele Mitarbeiter:innen. Wichtig zu wissen ist in diesem Zusammenhang, dass Hotels im Hinblick auf ihre Klimabilanz besonders effizient arbeiten, wenn sie voll ausgelastet sind.
  • „Mit dem Auto nach Mallorca“: Das Auto klingt irgendwie immer so harmlos, weil es zu unserem Alltag gehört – und doch ist zum Beispiel der Flug nach Mallorca sehr effizient, weil die Flieger (meines Wissens) immer bis auf den letzten Platz belegt sind. Mit dem Auto dorthin wären es Tausende Kilometer mit (je nach Personenzahl) viel CO2, Mikroplastik durch Reifenabrieb, giftigen Schadstoffen durch Abgase, dann noch die Fähre usw. Nicht anders ist es natürlich mit anderen Zielen wie Griechenland oder Portugal.
  • „Authentisch reisen mit AirBnb“: Ferienwohnungen werden oft als nachhaltige Übernachtungsoption beworben, die es Reisenden ermöglicht, das einzigartige Gefühl zu erleben, eine Stadt authentisch zu erkunden. Jedoch gibt es einen entscheidenden sozialen Nachhaltigkeitsaspekt, der oft übersehen wird, insbesondere wenn es um die Nutzung von Ferienwohnungen in Großstädten mit Wohnungsnot geht. Die vermehrte Inanspruchnahme von Ferienwohnungen in Städten mit angespanntem Wohnungsmarkt verschärft die Wohnungsnot und verteuert Mieten für Einheimische. Diese Entwicklung trägt zur Verdrängung der lokalen Bevölkerung bei und führt zu sozialen Ungleichgewichten. Einige Städte haben deshalb bereits Gesetze und Regelungen eingeführt, um den Missbrauch von Ferienwohnungen zu begrenzen und sicherzustellen, dass Wohnraum für die lokale Bevölkerung erschwinglich bleibt. (s. meinen Artikel Kritisch buchen: Worauf man bei AirBnb achten sollte)
Wieviel nachhaltiger ist eine grüne Kreuzfahrt - Reiseblog Bravebird
  • „Grüne Kreuzfahrtschiffe“: In der Werbung wird oft betont, dass viele Menschen sich um das Klima und die Umwelt sorgen. Als ultimative Lösung werden dann Schiffe wie Aidanova, MSC World Europa und die Costa Smeralda präsentiert, die mit LNG-Flüssigerdgas betrieben werden. Dies mag zwar etwas klimafreundlicher sein, aber LNG ist dennoch ein fossiler Brennstoff. Details zu den Arbeitsbedingungen der Mitarbeiter:innen unter Deck oder dem Umgang mit Lebensmitteln bleiben oft im Unklaren. Zudem ist die häufig notwendige Anreise mit einem oft weiten Flug alles andere als umwelt- und klimafreundlich. (s. meinen Artikel 10 triftige Gründe, keine Kreuzfahrt zu buchen)
  • „Nachhaltiges Öko-Resort im fernen Land“: Das hört sich tendenziell super an, nur ist die Reise an sich durch den Flug nicht nachhaltig. Wenn es sich um ein Resort von einem ausländischen Anbieter oder einer Kette handelt, kann es sein, dass das Geld, das für die Unterkunft ausgegeben wird, nicht unbedingt der lokalen Bevölkerung zugutekommt. Die Reise wird damit zwar unter Umständen etwas ökologisch nachhaltiger, aber in der Gesamtbetrachtung ist diese Reise in der Ferne dennoch (leider) nicht nachhaltig.
  • „Bäume pflanzen“: Ein einfacher und gleichzeitig überraschend effektiver Trick, um Umweltbewusstsein vorzugeben, ist das Pflanzen eines Baums bei Reisebuchungen zu versprechen. Die Kosten für das Pflanzen eines Baums variieren je nach Anbieter oder Organisation zwischen 1-7 Euro. Bei einer Reise im Wert von beispielsweise 2.300 Euro sind das somit etwa 0,04 % bis 0,3 % des Gesamtpreises. Dies hat rein gar nichts damit zu tun, ob die Reise selbst nachhaltig oder fair ist.
Zug oder Flug - was ist nachhaltiger - Reiseblog Bravebird

Fazit

Die weitverbreitete Annahme, dass nachhaltiges Reisen zwangsläufig teurer ist, beruht oft auf Missverständnissen und einer Fokussierung auf bestimmte Segmente des nachhaltigen Reisens, die mit höheren Kosten verbunden sein können. In Wirklichkeit bieten viele nachhaltige Praktiken die Möglichkeit, die Reisekosten zu senken und gleichzeitig positive Effekte auf die Umwelt und die lokale Bevölkerung zu erzielen.

Wirklich nachhaltiges, faires, achtsames und rücksichtsvolles Reisen ist in der Regel nicht nur günstiger, sondern möglicherweise sogar deutlich günstiger!

Nachhaltigkeit kann aus verschiedenen Perspektiven betrachtet werden. Manchmal ist etwas ökologisch nachhaltig, aber möglicherweise nicht sozial nachhaltig. Oftmals lässt sich nicht so nachhaltig reisen, wie man es sich wünschen würde. Alleinreisen sind beispielsweise oft nicht so nachhaltig wie die Reise zu zweit, da bestimmte Ressourcen wie Taxi, Auto oder Hotelzimmer nicht geteilt werden können.

Zum nachhaltigen Denken gehört eigentlich auch die Bereitschaft, ein Reiseziel möglicherweise nicht anzusteuern, und sich für eine ökologisch und sozial verträglichere Alternative zu entscheiden.

Oft sind es gerade die abseits der ausgetretenen Pfade liegenden, weniger touristischen Orte, die authentische Erlebnisse und eine langanhaltende Erfahrung bieten. Letztendlich ist bewusstes Reisen nicht nur gut für die Umwelt und die lokale Gemeinschaft, sondern kann auch dem Reisenden selbst eine tiefere und bereichernde Reiseerfahrung bieten.

Wie Studien immer wieder zeigen, ist Nachhaltigkeit auch auf Reisen für viele Menschen wichtig. Allerdings hat nicht jede:r Lust und Zeit, sich intensiv mit den nachhaltigen Aspekten auseinanderzusetzen. Daher ist es von immenser Bedeutung, dass die Politik hier (endlich) eine entscheidende Rolle spielt, um sicherzustellen, dass nachhaltige Optionen nicht nur einfach zugänglich, sondern auch kostengünstig und für alle erschwinglich sind.

Geschrieben von
Ute Kranz

Als Gründerin und Inhaberin dieses Reiseblogs teile ich hier seit 2013 meine Begeisterung fürs Reisen und persönliche Geschichten aus meinem Leben.

6 Kommentare

  • Liebe Ute,
    ich lese deinen Blog schon recht lange und bin immer wieder aufs Neue beeindruckt, wie du weiter und weiter ruhig und beharrlich über Nachhaltigkeit aufklärst, obwohl es meiner traurigen Erfahrung nach leider die wenigsten interessiert. Diese Artikel sind wo wertvoll und müssten eigentlich eher in ein großes Magazin oder hast du schonmal überlegt, Youtube-Videos dazu zu machen? Ist vielleicht nicht jedermanns Sache, aber diese Details von dir findet man ansonsten nirgends. Also zumindest nicht dort, wo ich es mir erhoffen würde. Eine Frage habe ich jetzt aber doch: ist es nun gut bzw. nachhaltig, ein normales Hotel zu buchen oder nicht? Das fand ich im Text etwas verwirrend ;)
    Vielen Dank und einen schönen Sonntag
    Elisabeth

    • Liebe Elisabeth,
      sorry für meine späte Rückmeldung und vielen Dank für deine sehr aufmerksame Frage. Wenngleich viele Hotels (noch) nicht sonderlich klimafreundlich sind, würde ich sie wie gesagt nicht pauschal als „klimaschädlich“ verteufeln, weil sie ja nunmal da sind, demzufolge natürlich nicht einfach abgeschafft werden können und zudem jede Menge Leute beschäftigen. Daher ist eine maximale Auslastung das Beste, um die genutzten Ressourcen am Tag auf eine hohe Personenzahl aufzuteilen. Wenn du dich nun bei deiner eigenen Buchung fragen solltest, was besser ist: die Buchung eines Hotels oder einer Ferienwohnung, kannst du es vielleicht so handhaben, dass du deine eigenen Prioritäten hinterfragst. Also in der Großstadt demnach keine Ferienwohnung (s. Anmerkung zu AirBnb), sondern lieber das Hotel, B&B oder Hostel. Wenn du die finanziellen Mittel haben solltest, kannst du (sofern verfügbar) ein Biohotel buchen. Biohotels sind nicht immer teurer, das kommt auf die Größe, Lage und Ausstattung an. Ist dir die ökologische Nachhaltigkeit wichtiger, bietet sich vielleicht eher eine kleine Ferienwohnung mit Selbstversorgung an; wenn dir die soziale Nachhaltigkeit wichtiger ist, dann vielleicht eher das bestenfalls familiengeführte Hotel.
      Ich hoffe, das hilft ein wenig. Wichtig ist einfach, dass es hier kein klares „Richtig“ oder „Falsch“ gibt :)
      Liebe Grüße und Danke auch für die Treue!
      Ute

  • Liebe Ute! Vielen Dank für diesen wieder mal sehr interessanten und gut recherchierten Beitrag. Mir fehlt nur der Punkt Zugreisen. Aus meiner Erfahrung sind die leider nach wie vor viel teurer als ein Flugticket. Zumindest wenn man als Familie reist und an die Ferien gebunden ist. LG, Nadine

    • Hallo liebe Nadine,

      vielen Dank für dein tolles Feedback! Dein Argument stimmt absolut, bei Zugreisen ist es wirklich oft schwierig, vor allem, wenn man nicht die Möglichkeit hat, lange im Voraus zu buchen. Und natürlich hängen die Zugpreise auch davon ab, wieviel man sonst im Jahr reist, wie alt die Kinder sind und ob man z. B. Vergünstigungen durch die Bahncard erhält oder sich ein Interrail-Ticket lohnt.

      Ich habe gerade mal nachgeschaut, wenn ich in den Osterferien beispielsweise für 2 Wochen und mit 2 Erwachsenen und 2 Kindern von Köln nach Rom wollte (und zurück), wäre das z. B. mit dem Flixbus für 49 Euro pro Person in einer Tagesreise möglich (also hin und zurück dann insgesamt für alle 392 Euro), mit dem Flugzeug wären es mit dem Billigflieger Ryanair mindestens 120 Euro pro Person für Hin- und Rückflug, also insgesamt 480 Euro. Der Reisebus würde hier 0,08 t CO2 pro Person für Hin- und Rückreise verursachen, der Flug 0,56 t CO2, demnach das 7-fache. Die Zugreisen und -preise lassen sich online gerade leider nicht ermitteln (womit wir schon bei einem weiteren Problem wären…). Wenn man in Italien lieber herumreisen wollte, könnte man ein Interrail-Italien-Ticket zulegen und würde sich vor Ort andere Verkehrsmittel wie Mietwagen o.ä. sparen können. Keine Frage, die nachhaltigen Optionen sind allesamt deutlich umständlicher und aufwändiger, aber durchaus möglich und meiner Meinung nach mit etwas Geschick auch günstiger. Ich finde beispielsweise auch die leider nur wenigen Möglichkeiten des Autofernzugs interessant, aber die sind tatsächlich fast unerschwinglich, was wahnsinnig schade ist.

      Was uns bleibt ist zu hoffen, dass die Regierung hier alsbald und endlich mal in die Puschen kommt, um das nachhaltige Reisen deutlich zu erleichtern und für alle bezahlbar zu gestalten :)

      Ich wünsche dir alles Gute für 2024 und toll, dass du weiterhin am Reiseblog festhältst und nicht aufgibst.

      Liebe Grüße aus Köln
      Ute

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